Auf den Spuren Luthers: Fahrrad-Pilger kommen in Bethanien an

Auf den Spuren Luthers waren die Jugendlichen aus dem Bethanien Kinderdorf mit den Fahrrädern unterwegs

Mit starken Beinen zurückgekehrt: Fahrrad-Pilger kommen in Bethanien an

Sie sind erschöpft aber glücklich, als sie durch das große Steintor an der Ungerather Straße auf das Kinderdorfgelände fahren: Elf Tage lang waren die Fahrradpilger aus dem Kinderdorf auf den Spuren von Luther in Ostdeutschland unterwegs und haben knapp 450 Kilometer auf ihren Drahteseln hinter sich gebracht.

„Das war ganz schön cool“, schwärmt der 13-jährige Niko und auf die Frage, was er alles erlebt hat, sprudelt der Pilger nur so los.

Auf den Spuren Luthers mit dem Fahrrad

Angefangen hat die Gruppe aus 13 Kindern und fünf Betreuern in Eisenach, von da aus ging es nach Gotha, Erfurt, Weimar, Heldrungen, Mansfeld, Halle und zur letzten Haltestelle nach Dessau. Alles auf zwei Rädern und immer im Blick: Die Geschichte der Reformation.
„Wir haben zum Beispiel die Wartburg in Eisenach besucht, in der Luther auf geheimer Mission als ‚Junker Jörg“ untergebracht war“, erklärt Niko. „Und eine Nacht haben wir im Augustinerkloster in Gotha verbracht.“ Ein besonderes Highlight war auch der Besuch des Gasthaus „Zur hohen Lilie“ in Erfurt: Das Gasthaus zählt nicht nur zu den ältesten Europas, sondern gab zu Fuße des Doms und der Severikirche Luther als Junker Jörg Obdach auf dem Weg von der Wartburg nach Wittenberg. „Das Gasthaus war echt groß“, erinnert sich der 12-jährige Manuel. „Auf dem Rückweg zur Jugendherberge sind wir aber ganz schön in den Regen gekommen.“

Pädagogischer Fachdienst im Bethanien Kinderdorf: Auch Ferienaktionen gehören dazu

Generell hatte die Pilgergruppe einen Schutzengel an ihrer Seite: Nur selten war das Wetter schlecht, große Zwischenfälle gab es nicht. „Einige kaputte Reifen und kleine Fahrradpannen gehören immer dazu“, sagt Rene Schellbach, der als Pädagoge dabei war. „Auch kleine Stürze gab es. Unsere Kids sind aber immer wieder aufgestanden.“ Schellbach ist stolz auf seine Jugendlichen, das merkt man ihm an und auch der Rest des Kinderdorfes feiert die Pilger auf ihren Fahrrädern: Mit Willkommensschidlern stehen Sie vor dem Haus Clee und haben extra einen Eiswagen bestellt, um die Reisenden für ihre zurückgelegten Kilometern zu feiern. Bereits die zweite Pilgertour innerhalb weniger Jahre hat damit im Bethanien Kinderdorf einen Abschluss gefunden. „Die Jugendlichen sind an der Herausforderung gewachsen – genauso wie ihre Persönlichkeiten in den letzten zwei Wochen“, erklärt der Pädagoge. „Und gleichzeitig haben wir Kultur und Religionsgeschichte auf eine ganz andere Art und Weise als im Alltag erlebt.“

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