Bethanien in Düsseldorf

Die Bethanien Kinderdörfer beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag

Mit einem eigenen Stand waren die Bethanien Kinderdörfer beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf vertreten. Drei Tage lang lud die bethanische Gemeinschaft die Messebesucherinnen und -besucher ein.

Bei Kaffee und Popcorn präsentierten sich die Bethanien Kinderdörfer gemeinsam mit ihren Angeboten. Neben der Sitzecke, die zum Verweilen einlud, begeisterte vor allem die Aktionsfläche, auf der sich der Pädagogische Fachdienst mit seinen Angeboten vorstellte. „Toll, dass ihr so viel Verschiedenes macht“ freuten sich viele der Messebesucher. Mit praktischen Beispielen wurden die Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, aktiv zu werden. Ob mit der Promille-Brille beim Thema Alkoholprävention oder mit dem Lötkolben bei der Vorstellung der Freizeitwerkstatt – mit kleinen Aktionen wurde das Konzept des Pädagogischen Fachdienstes greifbar. Mit Spannung beobachteten die Messebesucherinnen und -besucher die Öffnung der Biblü-Kiste. „Was ist denn Biblü?“ war die Frage, die schon den ganzen Tag gestellt wurde und sich mit dem Ausräumen der Kiste endlich beantwortete:  die „Bienchen und Blümchen“-Kiste enthält zahlreiche Spiele und Materialien zur sexualpädagogischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in den Kinderdörfern.

Die ergänzenden Förderungen des Pädagogischen Angebots sind ein wichtiger Baustein der Arbeit der Bethanien Kinderdörfer. Durch sie werden die Kinder und Jugendlichen individuell in ihrer Entwicklung unterstützt, werden Kompetenzen und Talente gefördert und die Kinder und Jugendlichen gezielt auf eine eigenständige Zukunft vorbereitet. Einen Einblick bekamen die Messebesucherinnen und -besucher durch die Auftritte des Zirkus Torkelini und der Musikschule: die Kinder und Jugendlichen begeisterten das Publikum.  Nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Besucherinnen und Besucher versuchten sich beim Taschensprayen, das den Stand der Kinderdörfer zwischenzeitlich in eine Nebelzone verwandelte, in der sich so manche mit Hello Kitty oder auch Darth Vader verzierte Tasche entstand.

Am Mittwoch begeisterte der Bergisch Gladbacher Koch Leander Grohs, der zur Mittagszeit Fingerfood frisch am Stand zubereitete. Die Deeskalations-Hähnchenspieße mit Chili-Erdnuss-Dip „Fastenzeit“ und Sandwiches fanden reißenden Absatz und begeisterten die kleinen und großen Messebesucherinnen und -besucher. Gemeinsame Mahlzeiten, frisch zubereitet – das ist ein Thema, das im Alltag aller drei Kinderdörfer von großer Bedeutung ist. In den Kinderdorffamilien und Wohngruppen wird täglich frisch gekocht. Koch Leander Grohs versorgt die Tagesgruppen in Bergisch Gladbach und zeigt den Jugendlichen, wie man sich mit kleinem Budget gesund ernähren kann.

Auch außerhalb des Standes beteiligten sich die Bethanien Kinderdörfer beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag. Mit besonderer Spannung wurde die Präsentation des Katamnese-Projekts erwartet, das die Bethanien Kinderdörfer gGmbH in Zusammenarbeit mit dem IKJ Institut für Kinder- und Jugendhilfe mbH zurzeit durchführen. Seit August 2013 werden alle Kinder und Jugendlichen, die älter als 12 Jahre und länger als ein Jahr in einem der drei Bethanien Kinderdörfer gelebt haben, nach ihren Erfahrungen gefragt. Diese Befragung wird nach vier bzw. acht Jahren wiederholt. Diese und die Befragungen der zuständigen Jugendamtsmitarbeiter und Bezugsbetreuer werden als Qualitätserfassungsinstrument genutzt,  um die Arbeit der Kinderdörfer weiter zu optimieren und nachhaltig zu gestalten. Beim Kinder- und Jugendhilfetag wurden nun die ersten Zwischenergebnisse präsentiert. Durch das Konzept der Kinderdörfer bedingt leben die Kinder und Jugendlichen im Durchschnitt acht Jahre im Kinderdorf. Viele bewerten die Zeit im Kinderdorf als positiv. Insbesondere in den Kinderdorffamilien scheint das Konzept auszugehen, denn alle Kinder und Jugendlichen, die dort aufgewachsen sind, haben eine Bezugsperson gefunden, der sie vertrauen. Parallel gibt die Auswertung der ersten Befragungen auch erste Impulse für Verbesserungsprozesse, die Dr. Klaus Esser bei der Vorstellung kurz skizzierte. Mit dem Start der zweiten Befragungen, die in den kommenden Monaten beginnen, startet dann die eigentliche Katamnese.

Neben der Vorstellung der Bethanien Kinderdörfer nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag um mit anderen Institutionen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und neue Impulse für die eigene Arbeit zu sammeln. In den interessanten Gesprächen, spannenden Begegnungen und abwechslungsreichen Programmpunkten wurde das Motto des diesjährigen Kinder- und Jugendhilfetag „22. Mio. junge chancen. – gemeinsam.gesellschaft.gerecht.gestalten.“ lebendig.

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