Kidoblick-Artikel: FamiliäreBereitschaftsBetreuung

Drei Mal im Jahr veröffentlichen wir mit der Hilfe von externen Sponsoren ein Kinderdorfmagazin, den Kidoblick, um über das Leben in den Kinderdörfern zu informieren, aber auch um Fachthemen auszuführen. Diese Fachthemenbeiträge stellen wir Ihnen in unserem Neuigkeitenportal zur Verfügung.

Ein warmes Nest auf kurze Zeit: Die Bethanien Kinderdörfer suchen Bereitschaftsfamilien

Frau Petra und ihr Mann haben schon zwei Kinder groß gezogen. Als diese das Haus verließen, beschlossen die beiden, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Seit kurzem lebt Vincent bei ihnen. Er ist drei Jahre alt und kann aufgrund einer Krisensituation zurzeit nicht in seiner leiblichen Familie leben. Bei Frau Petra bleibt Vincent jetzt, bis das Jugendamt entschieden hat, welche gute Perspektive es für den 3-Jährigen gibt. Frau Petra und ihr Mann geben dem Jungen ein Zuhause auf Zeit.

fbb_nildDie Familiäre BereitschaftsBetreuung ist inzwischen ein festes Angebot der Bethanien Kinderdörfer. Regelmäßig werden Familien gesucht, die für kurze Zeit Kinder in Notsituationen bei sich aufnehmen. „Immer wieder kommt es vor, dass das Jugendamt in akuten Krisensituation entscheidet, dass Kinder kurzfristig nicht bei der leiblichen Familie bleiben können“, erklärt die Schwalmtaler Fachberaterin und Koordinatorin Astrid Hurdalek . „Das Jugendamt braucht dann Zeit, um zu entscheiden, ob das Kind in die leibliche Familie zurückgeführt werden kann oder ob es dauerhaft in einer Pflegefamilie oder einer Einrichtung untergebracht wird.“ Astrid Hurdalek betreut die FBB-Familien in Schwalmtal, gemeinsam mit ihren Kolleginnen Eva Scharnowski und Hiltrud Abels hält sie den Kontakt zum Jugendamt und sorgt dafür, dass sich Kinder, leibliche Eltern und FBB-Eltern fachlich und menschlich gut aufgehoben fühlen. „Es ist wichtig, den Kindern Stabilität zu ermöglichen und dazu gehört ein auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmter Elternkontakt“, betont die Pädagogin. Gleichzeitig sei es notwendig, die FBB-Familien vorab auf ihre Aufgaben vorzubereiten und sie bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen. „ Wir halten ihnen den Rücken frei“, betont Susanne Krakau, die zusammen mit ihren Fachberaterinnen Frau Haas, Frau Scholz und Frau Feldmann im Bethanien Kinderdorf Bergisch Gladbach neun FBB-Familien betreut. Denn wenn die Kinder aus ihren leiblichen Familien genommen werden, haben sie meist mit traumatischen Erlebnissen oder Entwicklungsstörungen zu kämpfen. „Als wir Vincent bei uns aufgenommen haben, schlief er schlecht, auch das Sprechen hat noch nicht gut geklappt“, so die FBB-Mutter. „Inzwischen geht es jeden Tag ein bisschen besser.“ Zwischen der Entscheidung, FBB-Mutter zu werden, und der Aufnahme des kleinen Vincent lagen bei ihr ein halbes Jahr: Eine pädagogische Ausbildung brauchte sie nicht, dafür werden in den beiden Kinderdörfern die künftigen Betreuungsfamilien individuell auf ihre Aufgabe vorbereitet und geschult. „Auch wenn wir von Anfang an wissen, dass die Kinder nur auf Zeit bei uns leben, bauen wir natürlich eine Beziehung zu ihnen auf. Es wird nicht leicht sein, das Kind wieder abzugeben, aber darauf und auf die erzieherischen Anforderungen an mich, bin ich gut vorbereitet worden“, erklärt die 52-jährige. Sie genieße auch die regelmäßigen Frühstücke und den Austausch mit weiteren FBB-Familien im Kinderdorf. „Darauf legen wir besonders großen Wert“, betont Astrid Hurdalek. „Denn nur, wenn sich alle Parteien wohlfühlen, ist das Wohl des Kindes gesichert – und das steht bei uns an oberster Stelle.“

Die Bethanien Kinder- und Jugenddörfer Schwalmtal und Bergisch Gladbach suchen Familien, die sich vorstellen können, in der FamiliärenBereitschaftsBetreuung Kinder bei sich aufzunehmen. Weitere Informationen erhalten Sie über Frau Astrid Hurdalek (Schwalmtal), Telefon 02163 4902 343 oder über Frau Susanne Krakau (Bergisch Gladbach), Telefon 02204 2002 106.

Voraussetzungen Stabile Familienverhältnisse, ein eigenes Zimmer für das Kind, Freude an dieser herausfordernden Aufgabe und die Bereitschaft zur Weiterbildung. Es ist keine pädagogische Ausbildung erforderlich, aber es muss ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt werden.
Die FBB-Eltern erhalten eine Betreuungs- und Aufwandspauschale, sowie einen Beitrag zur Alterssicherung.

 

 

Share Social