Kinderdorfführung Schwalmtal - Bethanien Kinderdoerfer

KINDERDORFFÜHRUNG SCHWALMTAL

Gemeinsam mit Medienpädagoge Markus Grimm ist im Bethanien Kinderdorf in Schwalmtal eine Filmreihe von Kindern für Kinder entstanden: Die Beitragsreihe zeigt, wie Kinder und Jugendliche hier im Kinderdorf leben und aufwachsen. Die Beiträge können über QR-Codes, die im Gelände im Kinderdorf in Schwalmtal verteilt sind, abgerufen werden.

SO LEBEN WIR

Im Kinderdorf gibt es Kinderdorffamilien und Wohngruppen. In den Kinderdorffamilien lebt eine Kinderdorfmutter oder auch ein Kinderdorfelternpaar rund um die Uhr mit den Kindern zusammen. In den Wohngruppen, so wie wir eine sind, hat immer ein anderer Erzieher Nachtdienst. Das ist manchmal nicht so toll, weil man sich immer auf jemand neues einstellen muss, aber wenn man mit einem Erzieher Stress hat, ist es ganz gut.

Wir gehen ganz normal in die Schulen, Hauptschule, Gesamtschule, Berufsschule, Grundschule oder  wenn man noch kleiner ist in den Kindergarten. Jedes Kind und jeder Jugendlicher hat ein eiges Zimmer. Das müssen wir natürlich auch aufräumen, dürfen s aber dekorieren wie wir wollen.

Reporter: Sabrina, Rene, Lana, Vanessa, Leila, Alexa und Yasemin

UNSERE KIDORANCH

Bei uns auf der Kidoranch herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre und ich mag den Geruch von Pferden. Ich bin gerne bei den Pferden, da fühle ich mich so wohl wie zu Hause.

Manchmal, wenn ich auch wenig Zeit habe, fahre ich schnell mit dem Fahrrad zur Kidoranch, nur um noch einmal kurz die Pferde zu sehen. Wenn ich traurig bin, sind die Pferde meine besten Tröster. Sie zaubern mir ein Lächeln auf das Gesicht. Die meiste Freizeit verbringe ich bei den Pferden auf dem Reiterhof, weil sie mir so wichtig sind.

Ich mache gerne den Stall sauber, das gehört ja dazu. Die Pferde genießen das Bürsten und Putzen, weil es ihnen dann gut geht.

Reporterin: Kimberly

UNSERE MUSIKSCHULE

Seit Januar gehe ich einmal die Woche in die Musikschule in unserem Kinderdorf. Dort gehen viele Kinder hin, um Musik zu lernen. Dazu gehören auch Robyn und Daniel. Man kann dort Klavier lernen, so wie ich, Schlagzeug, Trommeln, Gitarre, Kontrabass, Geige, Blockflöte und auch E-Gitarre.

Man kann dort auch singen, zum Beispiel bei den „Kleinen Sängern“ in der Aula oder mit den „K-Town Kids“, die dabei auch ein bisschen Theater spielen. Bis jetzt hatte ich immer bei Wolli oder Linda, unserer FSJlerin, Klavierunterricht. Es gibt aber auch andere Lehrer, die an unserer Musikschule unterrichten. Franka gibt zum Beispiel Gesangsunterricht, Patrick Schlagzeug, Manni Bass und Gitarre und Stefanie Musik für die Kleinen.

Reporter: Dorothea und Ioanna

UNSERE FREIZEITWERKSTATT

Die Freizeitwerkstatt ist auf dem Kinderdorfgelände. Das ist super, weil wir dort oft hin können. Die Werkstatt gehört Reinhard, der ist auch immer da. Reinhard ist lustig und sehr nett und hat immer wieder tolle Ideen, was man bauen oder basteln kann.

Reinhard hat schon ganz oft unsere Fahrräder repariert. Das finden wir besonders toll, weil wir alle gerne mit dem Fahrrad fahren. Auch unser Spielzeug oder andere Sachen, die uns kaputt gegangen sind, können wir bei Reinhard reparieren.

In der Freizeitwerkstatt gibt es viele Geräte, mit denen man Holz schneiden kann. Besonders toll finden wir es, wenn wir etwas mit Feuer machen können. Das ist aufregend, weil es eigentlich verboten ist. Reinhard passt aber auf uns auf.

Reporter: Anthony, Amin, Hayat, Jan und Marvin

UNSER JUGENDKELLER

Was ist eigentlich der Jugendkeller?

Das sind Räume, in denen man Billiard, Kicker, Darts oder Gesellschaftsspiele spielen kann. Herr Schellbach öffnet den Keller mehrmals in der Woche und es kann hingehen, wer will. Auch das Internetcafé gehört dazu.

Was kann man im Internet machen und was ist der Medienschein?

Man kann am PC spielen oder im Internet surfen. Der Medienschein ist eine Prüfung für alle, die ins Internetcafé möchten. Da muss man zu Themen wie Social Media oder Smartphone eine Prüfung ablegen, damit man gut mit dem Internet umgeht, denn es gibt auch gefährliche Seiten.

Reporter: Justin und Marcel

KINDERRECHTE

Partizipation – das ist so etwas Ähnliches wie Mitspracherecht. Also, dass wir nach unserer Meinung gefragt werden, unsere Ideen mit einfließen und wir bei vielen Entscheidungen mitsprechen können und gehört werden.

Wir haben alle ein eigenes Zimmer. Und wie wir das gestalten, da können wir nicht nur mitreden sondern fast bestimmen. Nur zerstören darf man nichts und die Wände sollten auch nicht zu viele Löcher bekommen. Leider haben die Erwachsenen bei der Zimmerordnung dann doch wieder das Sagen.

Oft kommt es beim Essen zu echt guten Gesprächen. Da kann jeder mitreden. Man kann auch sagen, wenn es einem mal nicht so gut geht oder einen was stört.

Reporter: Mary-Ann, Niko, Jens, Jessica und Josef

MEINE LEIBLICHE FAMILIE

Warum ich nicht bei meinen Eltern lebe, sondern im Kinderdorf, kann ich so einfach gar nicht sagen. Ich weiß, dass es ganz viele Gründe gibt, warum Kinder ins Kinderdorf kommen. Manchmal sind die Eltern krank oder haben psychische Probleme.

Einige Eltern haben Drogenprobleme oder trinken zu viel Alkohol. Es kommt auch vor, dass Eltern nicht wissen, wie man mit Kindern umgeht und es gab Gewalt und Schläge. Andere Eltern sind aber auch einfach nicht in der Lage, die Kinder gut und richtig zu erziehen und zu versorgen.

Aber egal wie doof und schlimm das ist, wenn wir nicht mehr bei unseren leiblichen Eltern leben können, unsere Eltern bleiben unsere Eltern. Deshalb versuchen die Erzieher und Kinderdorfmütter auch, dafür zu sorgen, dass es Elternbesuche gibt.

RELIGION IM KINDERDORF

Unsere Kinderdorfmutter ist eine Ordensschwester. Mindestens 15 Schwestern leben hier auf dem Gelände und manchmal gehen wir zu ihnen. Eine Schwester ist unsere Betschwester. Das hat hier jedes Haut. Ihr kann man erzählen, wenn wir etwas haben, wofür wir Unterstützung von Gott brauchen. Unsere Betschwester kommt auch zu unseren Geburtstagen und bringt uns was mit. Mit unserer Kinderdorfmutter waren wir auch schon oft bei den Schwestern im Haut oder die Schwestern kommen zu uns.

Wir beten bevor wir anfangen zu essen. Ein Kind sucht sich ein Gebet aus und alle beten mit. Am Sonntag gehen wir in die Kirche. Oft gibt es dann eine Messe mit allen vom Kinderdorf. Wir dürfen nach vorne kommen, wenn wir Geburtstag oder Jahrestag hatten. Das ist immer schön.

Reporter: Taylor, Robyn, Toni, Leon und Emmy

DOMINIKANERINNEN VON BETHANIEN

Joel (Kinderreporter): Beten die Schwestern eigentlich auch für das Kinderdorf?

Sr. Barbara: Ja, jede Schwester für ein oder zwei Gruppen. Ich bete für die AWG Kivit. Wenn dort ein Geburtstag gefeiert wird, ein neues Kind kommt oder die Gruppe in Urlaub fährt, dann nehme ich das mit in mein Gebet. Das machen wir schon lange so, aber besonders wichtig ist es, seit wir Schwestern nicht mehr in allen Häusern arbeiten.

Joel: Ich weiß, dass Schwestern beten, im Büro arbeiten, spazieren gehen oder Cityroller fahren. Und was macht ihr sonst so?

Sr. Barbara: Ein paar Schwestern arbeiten auch heute in den Kinderdörfern. Sr. Jordana als Kinderdorfmutter, das ist uns sehr wichtig. Andere arbeiten in Pfarrgemeinden oder besuchen Gefangene. Viele sind aber auch schon älter und arbeiten nicht mehr.

EHEMALIGE IM KINDERDORF

Wenn wir 18 sind, müssen wir das Kinderdorf verlassen, da das Jugendamt in der Regel den Aufenthalt nicht weiter finanziert. Das ist sehr früh und oft schwer. Es gibt die Möglichkeit, vorher das Alleine-Wohnen in einem Trainingsappartment zu üben. Hier gibt es eine eigene Küche und wir müssen den Haushalt selbst erledigen. Wir können aber immer zur Gruppe zurück und mit den Erziehern sprechen. Für manche kommt später das Betreute Wohnen infrage. Hier werden wir mit einigen Stunden weiterhin von Erziehern unterstützt.

Mit 3 Jahren bin ich zu Ida gekommen. Kontakt zu meinen Eltern hatte ich schon mit 2 Jahren nicht mehr. Ida hat mich aufgenommen und sich um mich gekümmert, wie um ein eigenes Kind. Sie ist mit der Zeit wie eine Mutter für mich geworden.

Reporterin: Seyda