UNSERE KINDERDORFFAMILIEN

Aus dem Wunsch entstanden, auch Geschwistergruppen gemeinsam eine Möglichkeit zu geben, ein Familienleben ohne leibliche Eltern zu führen, gründeten die Dominikanerinnen von Bethanien in den 60er Jahren die Kinderdorffamilien. Auch heute wird das Kinderdorf durch diese besondere Lebensgemeinschaft geprägt. So leben pädagogisch ausgebildete Frauen alleine oder mit eigener Familie zusammen mit den aufgenommenen Kindern in einer häuslichen Gemeinschaft als Lebensgemeinschaft.

Wie in einer traditionellen Familie findet hier das alltägliche Leben statt: Es wird gemeinsam gekocht, gespielt, Hausaufgaben erledigt, aufgeräumt, Ausflüge gemacht und auch schwierige Stunden zusammen bewältigt. Außerdem lebt jede Kinderdorffamilie in einem eigenen in sich abgeschlossenen Wohnhaus und organisiert den Haushalt selbst. Die Zusammensetzung der Familie ist alters- und geschlechtsgemischt. Die Aufnahme von Geschwistergruppen stellt einen besonderen Schwerpunkt in den Kinderdorffamilien dar, gleichzeitig ist die Eltern- und Familienarbeit mit den leiblichen Verwandten ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.

Die Kinderdorfmütter werden von weiteren pädagogischen Fachkräften und einer Hauswirtschaftskraft unterstützt. Durch diese Betreuungs- bzw. Lebensform wird eine besondere pädagogische Kontinuität möglich. Sie vermittelt den Grundstein für Bindungen und Beziehungen. Die Erwachsenen bieten Schutz, Liebe, Vertrauen und Geborgenheit. Der Kontakt zu Ehemaligen ist auch nach Beendigung der Jugendhilfe ein selbstverständlicher Teil des Familienlebens.

Kinderdorffamilie im Bethanien Kinderdorf

UNSERE FAMILIÄREN WOHNGRUPPEN

Alle Wohngruppen bewohnen ein großes, liebevoll eingerichtetes Haus mit einem eigenen Zimmer für jedes Kind, einem gemütlichen Wohnzimmer und einem großen Garten. In familienähnlicher Struktur wachsen die Kinder hier auf. Sie erleben einen Alltag mit Erziehern und Sozialpädagogen, die auch nachts für die Kinder da sind.

Wohn- und Lebensformen

Der Gruppenalltag zeichnet sich durch feste Strukturen aus: Es gibt zum Beispiel ein gemeinsames Mittagessen, die Hausaufgaben werden gemeinsam erledigt. Am Nachmittag können die Kinder Vereine oder Freunde besuchen oder Therapie- und Fördermöglichkeiten wahrnehmen. Die Wohngruppe fährt genau wie die Kinderdorffamilie in den Urlaub und fühlt sich einander zugehörig.

Für einen Teil der Kinder und Jugendlichen ist die Wohngruppe ein Zuhause auf Zeit, für die Anderen ist sie ein neues Zuhause und sie bleiben dort, bis sie als junge Erwachsene in eine eigene Wohnung ziehen. Die Eltern- und Familienarbeit mit den leiblichen Verwandten stellt einen wichtigen Bestandteil der täglichen Arbeit dar.